Tilman Valentin Schweiger wurde am 19. Dezember 1963 in Freiburg geboren. Er studierte zunächst Germanistik und wollte Lehrer werden, besuchte dann die Schauspielschule in Köln, sammelte erste Bühnenerfahrungen und übernahm 1991 die Rolle des Jo Zenker in der Kultserie "Lindenstraße". Fernsehrollen spielte er in der populären Serie "Die Kommissarin", in "Lemgo" (1994), "Adrenalin" (1996), "Das Mädchen Rosemarie" (1996) und "Die Halbstarken" (1996).
MANTA, MANTA (1991, Regie Wolfgang Büld) machte ihn beim Kinopublikum bekannt, EBBIES BLUFF (1993, Regie Claude-Oliver Rudolph) brachte ihm den Max-Ophüls-Preis als Bester Nachwuchsschauspieler ein. Mit dem Riesenerfolg DER BEWEGTE MANN (1994, von Sönke Wortmann) stieg er zum Star auf und erhielt den Bambi. Die Hits folgten Schlag auf Schlag: MÄNNERPENSION (1995, von Detlev Buck, zweiter Bambi), DAS SUPERWEIB (1995, Regie Sönke Wortmann), KNOCKIN' ON HEAVEN'S DOOR (1996, Regie Thomas Jahn, Darstellerpreis in Moskau) und Bernd Eichingers DER GROSSE BAGAROZY (1999). Für seine erste englischsprachige Rolle in BRUTE (Bastard, 1997, Regie Maciej Dejczer) gewann er den "polnischen Oscar" als erster ausländischer Schauspieler auf einem polnischen Filmfestival.
Inzwischen hat der deutsche Superstar auch in Hollywood Fuß gefasst: Nach seinem Einstand mit THE REPLACEMENT KILLERS (The Replacement Killers – Die Ersatzkiller, 1977, von Antoine Fuqua) folgten Sebastian Gutierrez JUDAS KISS (Judas Kiss, 1998) mit Emma Thompson, SLC PUNK (Punk!, 1998, Regie James Merendino) sowie vom gleichen Regisseur, MAGICIANS (2000), Alan Rudolphs INVESTIGATING SEX (Investigating Sex, 2001) und Renny Harlins Rennfahrerfilm DRIVEN (Driven, 2001) mit Sylvester Stallone und Burt Reynolds. In Steve James' TV-Film "Joe and Max" (Joe & Max, 2002) verkörperte Schweiger den legendären Boxer Max Schmeling. Es folgten LARA CROFT TOMB RAIDER – THE CRADLE OF LIFE (Lara Croft Tomb Raider – Die Wiege des Lebens, 2003, Regie Jan de Bont), IN ENEMY HANDS (U-Boat, 2004, von Tony Giglio), KING ARTHUR (King Arthur, 2003, Regie Antoine Fuqua), DEUCE BIGALOW: EUROPEAN GIGOLO (Deuce Bigalow: European Gigolo, 2005 von Mike Bigelow), sein Auftritt als legendärer Lucky Luke in LES DALTON (Die Daltons gegen Lucky Luke, 2005, von Philippe Haim) sowie BODY ARMOUR (Der Bodyguard – Für das Leben des Feindes, 2006, Regie Gerry Lively), ALREADY DEAD (Rache – Vergeltung hat ihren Preis, 2007, von Joe Otting) und Uwe Bolls FAR CRY (2008).
Daheim verbuchte Til Schweiger einen Riesenerfolg als Weltraum-Cowboy Rock in Bully Herbigs (T)RAUMSCHIFF SURPRISE – PERIODE 1 (2003), der ihm den Bambi und den deutschen Comedy Award einbrachte. Weitere Filme: WAS TUN, WENN'S BRENNT? (2001, Regie Gregor Schnitzler) sowie WO IST FRED? (2006, Regie Anno Saul), DER ROTE BARON (2007, von Nikolai Müllerschön) und PHANTOMSCHMERZ (2008, Regie Matthias Emcke). Als Sprecher war er in dem animierten Janosch-Film OH, WIE SCHÖN IST PANAMA (2006) als Kleiner Tiger zu hören.
1998 inszenierte Til Schweiger sich selbst in DER EISBÄR. Ein Hit war auch seine zweite Regiearbeit BARFUSS (2005), in der er neben Johanna Wokalek die Hauptrolle übernahm. Für diese Leistung erhielt Schweiger einen weiteren Bambi. 2007 verbuchte er als Co-Autor, Regisseur und Hauptdarsteller einen gigantischen Erfolg mit KEINOHRHASEN, den über 6,3 Millionen Zuschauer im Kino gesehen haben. Auch die Fortsetzung ZWEIOHRKÜKEN (2009) war mit über 4,2 Millionen Zuschauern ein Hit. Schweiger führte auch in der Komödie 1 1/2 RITTER – AUF DER SUCHE NACH DER HINREISSENDEN HERZELINDE (2008) Regie, produzierte und übernahm, neben Rick Kavanian, die Hauptrolle. Seine aktuellste Produktion KOKOWÄÄH (2010), die er wiederum produzierte, inszenierte und mit seiner Tochter Emma zusammen die Hauptrolle spielte, war fünf Wochen lang auf Platz 1 der deutschen Kinocharts und begeisterte bereits mehr als 4,2 Millionen Zuschauer.
Außerdem war Schweiger, neben Brad Pitt und einer Riege deutscher und internationaler Co-Stars, in Quentin Tarantinos INGLOURIOUS BASTERDS (Inglourious Basterds, 2009) als einer der Bastards, Sgt. Hugo Stiglitz, zu sehen und zuletzt als Cagliostro in THE THREE MUSKETEERS (Die drei Musketiere, 2011, Regie Paul W. S. Anderson). Ende 2010 stand er ebenfalls für THE COURIER mit Mickey Rourke, sowie für THIS MEANS WAR mit Oscar-Preisträgerin Reese Witherspoon vor der Kamera. Im Februar 2011 drehte er in New York mit dem Regisseur Gary Marshall (PRETTY WOMAN, VALENTINSTAG) eine Episodenrolle in dessen neuestem Werk NEW YEAR'S EVE neben Hollywoodgrößen wie Robert de Niro, Michelle Pfeiffer und Jessica Biel.
Als Produzent fungierte Schweiger außerdem bei Lars Büchels JETZT ODER NIE – ZEIT IST GELD (2000), Thomas Jahns AUF HERZ UND NIEREN (2001) sowie Reto Salimbenis ONE WAY (One Way, 2006), in dem er auch die Hauptrolle spielte. Als Co-Produzent zeichnete er für die Produktionen ERBSEN AUF HALB 6 (2003, Regie Lars Büchel) sowie für PHANTOMSCHMERZ (2008, Regie Matthias Emcke) und DESERT FLOWER (Wüstenblume 2010, Regie Sherry Hormann) verantwortlich. Til Schweiger gehörte außerdem als Jerome bereits zum Ensemble des ersten Teils von MÄNNERHERZEN.